Mittwoch, 07.12.2011

St. Franziskus-Hospital mit Innovationspreis ausgezeichnet

Das St. Franziskus-Hospital Münster ist für seine Etablierung einer Pharmazeutischen Aufnahme mit dem renommierten Hospital-Innovation-Preis 2011 ausgezeichnet worden. Mit der Verleihung würdigt die hochrangig besetzte Jury die Einrichtung des pharmazeutischen Aufnahmegespräches als Leuchtturmprojekt für Patientensicherheit und optimale Arzneimitteltherapie.

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„Patientensicherheit durch Prozessoptimierung“ lautete die Ausschreibung des diesjährigen Hospital-Innovation-Preises 2011, den der Präsident der Rheinischen Fachhochschule Köln, Prof. Dr. Rainer Riedel, im Rahmen einer Festveranstaltung in Düsseldorf den Vertretern des St. Franziskus-Hospitals überreichte. Die Jury des Hospital-Innovation-Preises prämiert mit dieser Auszeichnung erneut das langjährige Engagement des St. Franziskus-Hospitals in den Bereichen Arzneimitteltherapie- und Patientensicherheit.

Zur möglichst vollständigen Beantwortung der Frage „Was nehmen Sie denn täglich an Medikamenten ein?“ bringen gerade ältere Menschen nicht selten eine ganze Tragetasche voller Arzneimittel mit ins Krankenhaus. Um auf die Bedürfnisse dieser Patienten zu reagieren und möglichst zu Beginn eines Krankenhausaufenthaltes Transparenz in die Vielzahl unterschiedlichster Medikamente zu bringen, wurde Anfang des Jahres 2011 im St. Franziskus-Hospital Münster auch räumlich direkt neben der Aufnahme das Arzneimittelgespräch zwischen dem Patienten und einem Apotheker etabliert. Dabei sollen gleich zu Beginn des stationären Aufenthaltes die Medikamente von einem Klinikapotheker umfänglich erfasst, pharmakologisch überprüft und als Therapievorschlag an die behandelnden Ärzte weitergereicht werden. In diesem Arzneimittelgespräch Patient-Apotheker wird auch festgestellt, ob die Medikamente korrekt eingenommen werden, ob Wechselwirkungen zwischen verordneten und frei verkäuflichen Arzneimitteln vorliegen oder ob insgesamt das eingenommene Spektrum neu überdacht werden muss. Häufig schleichen sich bei Patienten Medikationsfehler ein oder es kommt zu gefährlichen Wechselwirkungen mit frei verkäuflichen Arzneimitteln, über deren Einnahme der Hausarzt nicht informiert ist.
Zusätzlich stehen die Klinikapotheker des St. Franziskus-Hospitals dem Patienten auch nach diesem Aufnahmegespräch während ihres stationären Aufenthaltes für Fragen rund um die Medikamente zur Verfügung. Gemeinsam mit den Ärzten sorgen sie auch auf den Stationen und am Patientenbett dafür, arzneimittelbezogene Probleme zu erkennen und im Sinne des Patienten zu vermeiden oder ihn über die pharmakologischen Zusammenhänge aufzuklären.

In seiner Laudatio betonte der Juryvorsitzende Prof. Dr. Rainer Riedel: „Das Arzneimittelgespräch bei der Aufnahme setzt im Rahmen eines Krankenhaus-aufenthaltes zum frühestmöglichen Zeitpunkt an, um im Sinne des einzelnen Patienten die bestmögliche Arzneimitteltherapie zu gewährleisten.“

„Die Pharmazeutische Aufnahme ist das Ergebnis der seit Jahren praktizierten Tätigkeit von Stationsapothekern im Klinikalltag und nimmt somit im Spannungsfeld von Patienten, Ärzten und Pflegekräften eine wichtige Rolle für die sichere  Arzneimitteltherapie im Krankenhaus ein. Diese wird zukünftig nicht nur bei der Aufnahme ins Krankenhaus, sondern immer mehr auch bei der Entlassung der Patienten eine sehr wesentliche Schnittstellenfunktion in der Kommunikation der Arzneimitteltherapie zu der niedergelassenen Ärzteschaft übernehmen“, sagt Georg Rosenbaum, Chefapotheker der Krankenhausapotheke des St. Franziskus-Hospitals, der die angesehene Auszeichnung gemeinsam mit den beiden Krankenhaus-apothekern Dr. Julia Podlogar und Dr. Martin Smollich auf der MEDICA in Düsseldorf entgegennahm.

„Durch das Arzneimittelgespräch bei der Aufnahme profitieren die Patienten direkt mit einem Zugewinn an Arzneimittelsicherheit“, erläutert Dr. Martin Smollich, Ressortleiter der Stationsapotheker des St. Franziskus-Hospitals. Doch auch die Klinikärzte schätzen die Unterstützung durch ihre pharmazeutischen Kollegen sehr.